Hallo liebe Leser,
am 22. November haben mich meine Eltern Richtung Freiburg zur “Katharinenhöhe” gefahren. Nach fast fünf Stunden sind wir endlich angekommen. Ich wurde herzlichst begrüßt und mir wurde gleich mein Zimmer gezeigt, mit einem fantastischen Ausblick auf die Waldlandschaft. Nach dem Einräumen meines Zimmers gab es eine erste Begrüßungsrunde in unserem Gruppenraum. Wir haben uns gegenseitig vorgestellt und dann versucht „Ich packe meinen Koffer“ mit allen Namen hinzubekommen. Danach wurde uns das gesamte Haus von Fitnessraum bis Essenshalle gezeigt. Das Essen war übrigens über die ganzen vier Wochen sehr gut und man konnte immer zwischen zwei Menüs auswählen. Morgens gab es normales Frühstück mit allem was dazu gehört, mittags hatten wir dann Auswahl zischen zwei Menüs, wahlweise Fleisch/Fisch oder vegetarisch, abends war Brotzeit, wobei wir auch des Öfteren warme Speisen hatten, z.B. wie Camembert oder Pizzabrötchen.
Im Laufe der ersten Woche hatte ich viele Termine, die das Ziel hatten die Rehabilitationsmaßnahmen auf mich zurechtzuschneiden. Zum Einen hatte ich ein Begrüßungsgespräch mit einem/r unserer Betreuer/innen, wo es um meine Vorgeschichte ging. Wie waren die letzten Monate vor der Reha? Wo habe ich Defizite? Wie will ich diese ausgleichen? Welche Ziele habe ich mir für die Reha gesetzt? Eine meiner Maßnahmen, um wieder fit zu werden, war es, den Schulunterricht zu besuchen. Wir konnten in einem Gespräch mit dem Leiter der Schule aus vielen verschiedenen Fächern wählen. Die Schule fand immer montags, dienstags und freitags statt. Ich habe mich für BWL/Rechnungswesen, Mathematik, Englisch, Geschichte und Gedächtnistraining entschieden. BWL/Rechnungswesen, Geschichte und Gedächtnistraining für die Ausbildung und Mathematik, sowie Englisch weil ich Spaß daran habe. In BWL/Rechnungswesen habe ich so viel gelernt wie die letzten drei Jahre während der Ausbildung. Mathematik und Geschichte habe ich dann aber nach einer Woche abgewählt, weil ich mir von dem Unterricht mehr erhofft hatte.
Als Abwechslung zum schulischen Teil der Reha, gab es den sportlichen Teil. Wir hatten immer montags und freitags Sport, wo wir zwischen klettern in der Kletterhalle, begleitetes Fitness im Fitnessraum, Aquafitness, Bauch Beine Po, Zirkeltraining oder Gruppenspiele in der Sporthalle auswählen konnten. Ich war generell immer in der ersten Stunde beim Klettern und habe in der zweiten Stunde immer eines der anderen Angebote genutzt. Beim Klettern ging es anfangs darum verschiedene Routen zu begehen. Man hat immer verschiedenfarbige Griffe, wo man versucht sich immer nur an eine Farbe zu halten. In der letzten Woche war ich dann so weit, dass ich ohne die farbigen Griffe klettern konnte, sprich ich bin nur die pure Wand hochgeklettert. In Zukunft werde ich mehr klettern gehen und im Februar wird man mich wohl öfters in der neuen Kletterhalle in Fulda finden. Außerdem gab es die Möglichkeit den hauseigenen Klettergarten zu besteigen.
Zusätzlich zum Sport in der Reha, waren wir jeden Donnerstag im Fitnessstudio in Villingen. Die Geräte waren zwar etwas älter, haben aber ihren Zweck erfüllt, denn man hat am nächsten Tag ordentlich Muskelkater gehabt. Ansonsten haben wir die Tage immer mit vielen Spielen rumgebracht oder wir sind draußen im Schnee Schlitten gefahren und haben eine Schneeballschlacht gemacht. Man hat ein paar andere und mich eigentlich generell an der Tischtennisplatte oder am Billardtisch angetroffen. Und falls das nicht so war, haben wir meistens Risiko, Abalone, Der große Dalmuti oder Dominion gespielt.
Mittwochs haben wir dann immer unseren großen Wochenausflug gemacht. Wir waren zwei Mal in Freiburg und haben den Weihnachtsmarkt besucht. Anschließend sind wir einmal in den Film „In Time“ gegangen und das andere Mal waren wir Bowlen, wo ich mich ganz passabel geschlagen habe. Ein anderer Ausflug ging nach Villingen ins Kino, wo wir uns den Film „Real Steal“ angeschaut haben. Unser letzter großer Ausflug ging nach Rottweil auf die Kartbahn, wo ich mir mit einem aus meiner Gruppe über eine Stunde einen verbitterten Kampf um die schnellste Runde geliefert habe. Leider unterlag ich ihm mit 2 Millisekunden, konnte dafür aber die Bestzeit über eine Stunde schaffen.
An den Wochenenden konnten wir lange ausschlafen und den Tag selber gestalten. Samstag- oder sonntagabends sind wir öfters mal in einer Gaststätte in der Nähe der Reha essen gewesen. Gegen die selten aufkommende Langeweile gab es auch noch zwei Themenabende. Am Casinoabend hat jeder eine Persönlichkeit bekommen und musste eine Aufgabe erfüllen. Wir konnten uns verkleiden und Poker, Blackjack oder Roulette spielen. Der Comedyabend, welchen zwei ehemalige Betreuer der Katharinenhöhe aufgeführt haben, war genial. Es wurden Witze vorgetragen, Rollenspiele gemacht und wir waren durchgehend am Lachen. Abends haben wir öfters mal Fernsehen geschaut oder sind noch in die hauseigene Bar gegangen, wo wir immer Cocktails (natürlich alkoholfrei) getrunken haben.
Als Überraschung kamen uns Henry Maske und Fernsehteams besuchen. Leider haben diejenigen, welche nicht aktiv beim Boxtraining teilgenommen haben, von dem Tag nicht viel mitbekommen. Wegen Dreharbeiten durfte man während des Boxtrainings nicht zuschauen und danach stand Henry Maske nur noch ein paar Minuten für alle anderen für Fotos etc. zur Verfügung. Letztendlich bestand der Tag für alle anderen aus stundenlangem Warten auf ein paar Fotos.
Die letzten Tage hat man dann noch mal richtig genossen, weil man wusste, dass der Abschied naht. Am Tag der Abreise haben wir gemeinsam mit den Betreuern gefrühstückt und aufgeräumt. Ich habe die Koffer gepackt und dann die Zeit genutzt, um noch ein paar Partien Tischtennis zu spielen. Da es die letzten drei Tage gut geschneit hat, war die Heimreise schwierig, da die Straßen kaum geräumt waren. Einige der anderen aus meiner Gruppe hatten nicht so viel Glück und sind mit dem Auto liegen geblieben.
Als Fazit muss ich sagen, dass mir die Reha sehr viel Spaß gemacht hat. Meine Ziele, die ich mir gesteckt habe, konnte ich alle erreichen. Ich habe mich fitnesstechnisch ganz gut steigern können. Außerdem konnte ich viele neue Freunde kennen lernen und das erste kleinere Treffen findet schon im Januar in Frankfurt statt.
Ciao Simon